LibertyNODE

WLAN basiertes ArtNET/sACN Node mit Bridge-Funktion

Üblichwerweise nutzen Profis für ArtNET und sACN ausschließlich zuverlässige Kabelverbindungen per Ethernet. Hat man aber - wie ich - diverse LED-Pixel-Sticks auf WLED-Basis (LibertySticks) im Einsatz, müssen DMX-Daten auch über WLAN-Netzwerke sicher übertragen werden.

Die Ansteuerung per MAESTRO-DMX ist dann zusätzlich noch etwas Besonderes.

27.03.2026

Liberty.NODE mit XLR Kabel und Powerbank

USB-C Anschluss, 5V 

DMX 512 Ausgang über 3pol. XLR

Status-LED

Warum eine ArtNET / sACN-Bridge?

Maestro DMX bietet seit Version 1.5 die Möglichkeit, ein zweites DMX-Universum auszugeben und nutzt hierfür ArtNET via Netzwerk. [Siehe Bild 1]

Leider ist ArtNET das etwas ältere Protokoll und der Maestro erwartet üblicherweise, dass die IP-Adresse des ArtNET-Nodes, also des Umsetzers vom Netzwerk auf DMX 512 im Maestro als Node eingetragen wird.

Das ist bei einem einzelnen Node auch kein Problem - hängen doch alle weiteren Geräte einfach per DMX hintereinander am Ausgang des Nodes. Auch 2 oder 3 Nodes kann Maestro noch recht ordentlich versorgen.

In meinem Falle jedoch ist jeder einzelne LibertyStick (LED-Pixelstick) sein eigenes Node. Das führt dazu, das im ArtNET-Modus jeder einzelne Stick (4, 8 oder 16 Stk) als Node im Maestro mit seiner IP-Adresse angelegt werden muss. [Siehe Bild 2]

Dummerweise ist das ArtNET-Protokoll hier "unicast" ausgelegt, d.h. Maestro muss das eine Universum mit 512 bytes Daten nicht einmal sondern ggf. bis zu 16x über das Netzwerk an jede IP einzeln versenden. Kommt es hier zu Empfangsproblemen, weil zb. nur 4 oder 8 Sticks verwendet werden, im Maestro aber noch 16 Stk. aktiviert sind, gerät die Ausgabe ins Stocken und eine flüssige Ausgabe mit 44 Hz ist nicht mehr möglich.

Daher habe ich meineLibertySticks von ArtNET auf sACN (E1.31) im "multicast" Modus umgestellt. So müssen die Daten nur noch einmal im Netzwerk unterwegs sein - jeder Stick bzw. jedes sACN-Node empfängt die 512 Byte des DMX-Universums und verarbeitet die Daten entsprechend.

Damit nun sACN Daten im Netz ankommen, ist eine Bridge nötig, die ankommende ArtNET-Daten empfängt und entsprechend als sACN-Daten wieder ausgibt. [Siehe Bild 3] So sieht Maestro immer nur ein einzelnes ArtNET-Node mit einer einzelnen festen IP. 

Eine Änderung der Einstellungen im Maestro ist nicht nötig, auch wenn eine wechselnde Anzahl LibertySticks im Einsatz ist.

Maestro mit DMX und einem ArtNET-Node
Maestro DMX mit vielen ArtNET-Nodes
Maestro DMX mit ArtNET-sACN Bridge

Funktion / technische Daten

Das Node hat 4 Betriebsarten (v0.10):

  1. ArtNET-Node - Empfängt ArtNET, Ausgabe per DMX
  2. sACN-Node - Empfängt sACN, Ausgabe per DMX
  3. ArtNET-sACN-Bridge - Empfängt ArtNET, Ausgabe per sACN
  4. ArtNET-sACN-Bridge+DMX - Empfängt ArtNET, Ausgabe per sACN und per DMX

Weitere Funktionen über das Web-Frontend im Browser (keine App o.ä. notwendig):

  • Einstellung der WLAN-Daten
  • Einstellung der Input- bzw. Output-Universen
  • Festlegung des Betriebsmodus 1-4
  • speichert Einstellungen im lokalen Speicher
  • Aufspannen eines eigenen Access-Points bei fehlendem WLAN (für Setup)
  • Update per Firmware-Upload (OTA)
  • Status-LED-Helligkeit einstellbar
  • Netzwerkscan zur Identifizierung von Netzwerkgeräten (sACN-Nodes ö.ä.)
    Weboberfläche der WLED basierten LibertySticks kann so direkt per IP-Adresse aufgerufen werden

aktueller Stand

Der Prototyp hat den Funktionstest bestanden und wird kurzfristig im Bühnen-Alltag getestet.

​Das Gehäuse ist fertig entwickelt und wird im 3D-Druckverfahren hergestellt.

Die Prototyp-Platine muss nun noch passend zum Gehäuse designt werden. 

Ein Verkauf ist geplant als DIY-Bausatz inkl. programmiertem ESP32-Chip, alternativ als Fertiggerät (nur für B2B-Kunden mit Gewerbeschein)

CAD Design Pictures

Was ist ArtNET bzw. sACN?

Während DMX-512 in 1990 standardisiert wurde und genau 512 Kanäle über eine 3pol. Leitung übertragen kann, dienen beide Protokolle dazu, DMX512 über Netzwerk (Ethernet/WLAN) zu übertragen. Statt einer einzelnen DMX-Leitung können so viele Universen parallel verteilt werden.

🟣 Art-Net 

  • Entwickelt von Artistic Licence (1998)
  • überträgt theoretisch bis zu bis zu 32.768 Universen (16.777.216 Kanäle)
  • Weit verbreitet, quasi „Industriestandard“
  • Arbeitet klassisch mit Unicast (ein Sender → ein Empfänger)
  • 👉 Art-Net ist direkt, unkompliziert, aber bei vielen Geräten ineffizient

🔵 sACN / E1.31

  • Standardisiert von ESTA (ab 2006)
  • überträgt theoretisch bis zu bis zu 63.999 Universen (32.767.488 Kanäle)
  • Moderner Ansatz
  • Nutzt Multicast (ein Sender → viele Empfänger gleichzeitig)
  •  👉 sACN ist skalierbar und netzwerkfreundlicher